Autor Thema: Der Weg des OpenRC  (Gelesen 3337 mal)

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Offline klesk

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Der Weg des OpenRC
« am: 09. Februar 2015, 20:08:43 »
Die grundsätzliche Frage die sich mir stellt lautet, kann sich OpenRC auf Dauer gegen den Druck der von seinem Konkurrenten aufgebaut wird behaupten. Im Klartext heißt es, lässt sich OpenRC überhaupt noch sinnvoll einsetzen bei immer mehr Abhängigkeiten von z.b pacman und systemd, im Sinne der Idee der Grundidee eine Alternative zu systemd zu sein. Schon jetzt enthält OpenRC einigen systemd code (systemd-sysuser, systemd-tmpfiles (im openrc-systemdcompat Paket enthalten)). Es ist auf keinen Fall Schuld der Maintainer, sonder einfach das Ergebnis der Politik systemd alles in sich zu vereinen. Es werden immer mehr Abhänigkeiten mit der Zeit hinzukommen und z.b im Fall von pacman ist es nun einmal der Paketmanager unserer Distro der nicht mal eben so ausgetauscht werden kann.
Es wäre schön, wenn jemand der tiefer in der Materie ist, eventuell ein kurzes Statement dazu abgeben kann.

Wie wird die Zukunft von OpenRC aussehen ?


Offline suska

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Re: Der Weg des OpenRC
« Antwort #1 am: 09. Februar 2015, 20:16:56 »
Das interessiert mich auch brennend. Openbox-OpenRC war seit langem mal wieder ein System, das ich zu meinen 2-3 Favoriten zähle und gäbe es die von dir angesprochene Problematik nicht, wärs mein neues Standard-OS. Was ich hier und da so gelesen habe, wird man auf Dauer um systemd nicht herumkommen, weil immer mehr Abhängigkeiten hinzukommen.
Bin sehr gespannt auf andere Aussagen aus berufenerem Mund.
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sdoubleyou

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Re: Der Weg des OpenRC
« Antwort #2 am: 09. Februar 2015, 20:19:18 »
Ob openrc die Zukunft hat wird davon abhängig sein, ob es eine Alternative zu pacman gibt. Da das wohl nicht sein wird, wird man entweder damit leben müssen oder die Devs versuchen einen weiteren Weg zu anderen Init-Systemen wie evlt. zu dem neuen Epoch.

sdoubleyou

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Re: Der Weg des OpenRC
« Antwort #3 am: 09. Februar 2015, 22:22:37 »
Ich muss jetzt doch einmal was hier richtig stellen.

Das Paket openrc-systemdcompat, welches sich im AUR befindet, wurde von aaditya entwickelt und dient ausschliesslich dazu bestimmte Arbeiten am System unter openrc durchzuführen, die eigentlich systemd benötigen.

Am 30.12.2014 musste aufgrund interner Dinge der neue pacman-keyring neu generiert werden.
Dieses benötigt aber unter einer openrc-Installation systemd. Damit dieses sauber umgesetzt werden kann, hat aaditya ein Paket entwickelt, welches systemd emuliert!

Zitat
For the above you can see package haveged is required and is started via systemctl
But with OpenRC there is no systemctl..

I have created a script, which tries to emulate systemctl behaviour for OpenRC

Im AUR bei Arch https://aur.archlinux.org/packages/openrc-systemdcompat/

werden die Pakete

systemd-sysusers
systemd-tmpfiles

als Quelle angegeben auf der aaditya das Paket openrc-systemdcompat (2 Scripte) entwickelt hat.

Im Script modules-load.sh steht

Code: HTML5
  1. # /etc/modules-load.d/ is a directory which contains files (ending with .conf), which specify the modules to be loaded.
  2. # However, openrc loads modules specified in the file /etc/conf.d/modules (by parsing the variable modules=""
  3. # This script aims to copy the modules specified in individual files in /etc/modules-load.d/* to a single modules variable in /etc/conf.d/modules and load (modprobe) them

und im Script systemctl.sh steht

Code: HTML5
  1. # This emulator tries to emulate systemctl for rc-service and rc-update

Somit wird dieses Paket einfach benötigt um systemd zu emulieren und es uns allen möglich gemacht Manjaro mit openrc zu nutzen. Da müssen wir uns keine Gedanken machen.

Aktuell sind wir openrc-user weiterhin systemd frei und auch kein Plymouth - Yeah!  :)


Den Thread dazu findet Ihr hier:

https://forum.manjaro.org/index.php?topic=18602.msg174447#msg174447

Offline klesk

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Re: Der Weg des OpenRC
« Antwort #4 am: 09. Februar 2015, 22:34:51 »
Ich sehe es eher als Koexistenz, da beide Pakete installiert werden und somit kein reines OpenRC da es abhänigig ist. Es ist ein Rattenschwanz der sein Ende noch nicht gesehen hat. Es ist überhaupt fragwürdig warum ein Paketmanager ein Dienstverwaltungsprogramm braucht um einen neuen Schlüsselbund zu erstellen.

GypsyWolve

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Re: Der Weg des OpenRC
« Antwort #5 am: 09. Februar 2015, 22:38:31 »
Es ist auf keinen Fall Schuld der Maintainer, sonder einfach das Ergebnis der Politik systemd alles in sich zu vereinen. Es werden immer mehr Abhänigkeiten mit der Zeit hinzukommen und z.b im Fall von pacman ist es nun einmal der Paketmanager unserer Distro der nicht mal eben so ausgetauscht werden kann.
Es ist nie nicht die Frage von systemd sondern eher die Frage Politik/Ziel/Eigenverstaendnis der jeweiligen Distro. Es bleiben derzeit nicht mehr viele Distros ueber die systemd frei sind resp alternativ ein anderes init system anbieten oder eben explizit sagen never systemd.

Denke der Weg wird in der Zukunft lauten: systemd ueber alles, und fuer Manjaro/Arch wird sich die Frage stellen muessen, einstellen oder versuchen ala devuan, ein systemd freies "pacman" auf die Beine zu stellen.

http://without-systemd.org/wiki/index.php/Main_Page#Operating_systems_without_systemd_in_the_default_installation

Systemd hat sich so entwickelt wie befuerchtet und wird sich in diese Richtung weiterentwickeln, weg vom reinen init hin zum zentralen Ort des Geschehens.

Nur solange der Enduser es akzeptiert, wird sich nie nich was aendern, eher das Gegenteil. (gilt nicht nur hier)

In diesem Sinne


GW


PS Nutze seit langem OpenRC auch mit oder unter Arch, es rennt wie es rennen soll

Schaun wir was der Morgen bringen wird  C:-)

sdoubleyou

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Re: Der Weg des OpenRC
« Antwort #6 am: 09. Februar 2015, 22:40:33 »
Zitat
PS Nutze seit langem OpenRC auch mit oder unter Arch, es rennt wie es rennen soll

Bestätigt ja meine These  ;)

GypsyWolve

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Re: Der Weg des OpenRC
« Antwort #7 am: 09. Februar 2015, 22:47:17 »
Es ist überhaupt fragwürdig warum ein Paketmanager ein Dienstverwaltungsprogramm braucht um einen neuen Schlüsselbund zu erstellen.
Sorry nicht fragwuerdig, der Einstieg, Das MUSS. Jede Medaille hat immer 2 Seiten und je tiefer systemd werkelt ..................

Naja, nach Regen folgt immer die Sonne

Einen froehlichen guten morgen nach d

Offline artoo

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Re: Der Weg des OpenRC
« Antwort #8 am: 14. Februar 2015, 19:56:54 »
Die grundsätzliche Frage die sich mir stellt lautet, kann sich OpenRC auf Dauer gegen den Druck der von seinem Konkurrenten aufgebaut wird behaupten. Im Klartext heißt es, lässt sich OpenRC überhaupt noch sinnvoll einsetzen bei immer mehr Abhängigkeiten von z.b pacman und systemd, im Sinne der Idee der Grundidee eine Alternative zu systemd zu sein. Schon jetzt enthält OpenRC einigen systemd code (systemd-sysuser, systemd-tmpfiles (im openrc-systemdcompat Paket enthalten)). Es ist auf keinen Fall Schuld der Maintainer, sonder einfach das Ergebnis der Politik systemd alles in sich zu vereinen. Es werden immer mehr Abhänigkeiten mit der Zeit hinzukommen und z.b im Fall von pacman ist es nun einmal der Paketmanager unserer Distro der nicht mal eben so ausgetauscht werden kann.
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Wie wird die Zukunft von OpenRC aussehen ?

Solange gentoo/funtoo weiterhin auf openrc setzt, so wird auch die Zukunft aussehen.
Ich sehe das gelassen, irgendwie wird schon eine Lösung für weitere künstliche Flaschenhälse kommen.

Wegen pacman, naja, auch hier, fall man ernsthaft pacman von systemd abhängig machen will, dann lässt sich das sicher patchen. Und wenn halt gar nix geht, tja, dann muss wohl ein anderer Paketmanager her.

Das Hauptproblem wird sich weiterhin auf udev, logind und eventuell irgendwann damnächst kdbus beschränken.
udev ist ein Krampf, da die systemd Entwickler, gegen alle Beteuerungen und Versprechen nach dem udev merge, bald libudev abschalten wollen und es teilweise schon gemacht haben. So schaft man sich Freunde in der Entwicklergemeinde.
Die andere Baustelle ist halt logind, dessen konstant sich bewegenden Torpfosten, schlechte Dokumentation usw... alles andere als hilfreich sind, eine Alternative zu bekommen.
Consolekit2 ist auf dem Weg dahin, allerdings, ohne jetzt weiter ins Detail zu gehen, bestimmte Desktop Entwickler sind äußerst feindlich eingestellt, wenn es darum geht, ck2 zu unterstützen. Dazu wird kde wohl irgendwann dann wohl auch einknicken, und diese großartige Neuerung wird auch da Einzug halten(units! statt scripts).

Eines ist sicher, arch wird ohne mit der wimper zu zucken noch mehr systemd einbauen. Ist so in etwa wie die Drohung mit noch mehr Demokratie.
« Letzte Änderung: 14. Februar 2015, 19:59:57 von artoo »
Folgende Mitglieder bedankten sich: virtual-dev

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Re: Der Weg des OpenRC
« Antwort #9 am: 14. Februar 2015, 20:22:49 »
Es gibt ja noch eine recht große Systemd-freie Distribution: PCLinuxOS.

sdoubleyou

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Re: Der Weg des OpenRC
« Antwort #10 am: 14. Februar 2015, 20:38:39 »
Wer sich einmal einen Überblick zu Linux ohne systemd verschaffen möchte, der kann es hier lesen.

http://without-systemd.org/wiki/index.php/Main_Page

Ob das alles noch aktuell ist, mag ich nicht bestätigen.

Persönlich finde ich den Weg von Gentoo sehr gut. Openrc default und nur das was der User entscheidet ist auch auf der Platte  ;)

Ist ein guter Ansatz, der sich wahrscheinlich mit Manjaro nicht realisieren lässt.

v0lker

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Re: Der Weg des OpenRC
« Antwort #11 am: 07. März 2015, 11:22:56 »
Nur das RedHat, Poettering und co damit ein Monopol aufbauen wollen,
ala M$ oder Apfel haben wohl noch die wenigsten begriffen.

Genau das schrieb ich mal in einem anderem Forum und schon gingen sie auf mich los. Es ist aber in der tat so und wenn sie den Loader (gummiboot) integriert haben geht nichts mehr ohne systemd.

Gruß

GypsyWolve

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Re: Der Weg des OpenRC
« Antwort #12 am: 08. März 2015, 01:47:03 »
gummiboot ist doch nur ein winziges Paket, inzwischen gibt es jetzt schon 1000 Pakete
die eine Abhängigkeit zu systemD haben. Am Ende werden alle Pakete wo es möglich
ist unter Kontrolle von systemD sein. Versuche doch mal z.B. gnome ohne systemD
zu installieren.
Die User und viel schlimmer die Developer wollen scheinbar keine Freiheit mehr.
In ein paar Jahren werden dann alle heulen und wieder mal forken.
Mir ist das inzwischen egal, ich wechsel dann halt auf bsd oder opensolaris.

Das mit der Freiheit bezieht sich ja nicht nur auf systemd. Vermute mal, das die Masse weder es registrieren wird, noch heulen, es wird simpel akzeptiert, oder eine kurze Protestwelle wird kommen, aber dann ohne Murren wird es akzeptiert. Bis es kein zurueck mehr geben wird.

Hatte vor Jahren mal nen Blogartikel geschrieben mit der Ueberschrift: Das Denken wurde abgeschafft

Der alte Satz den ich selbst hier vor langer Zeit mal schrieb, abgeaendert nun: IT (in diesem Falle systemd) ist nichts anderes als ein Spiegel.

So warum wundern?

Aber es ist komplexer wie auch dadurch simpler.

Mr. Spock
Wenn das wahrscheinliche unwahrscheinlich ist
muss
das Umwahrscheinliche wahrscheinlich sein.


Einen froehlichen Sonntag

Carpe Diem



GW aus der Ferne

GypsyWolve

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Re: Der Weg des OpenRC
« Antwort #13 am: 08. März 2015, 03:56:33 »
Befuerchte die meisten haben keinen blassen Schimmer worum es geht.

Es geht auch net um Gegenwehr. Es geht auch nur am Rande um systemd, dat is doch nur ne Teilmenge. Ein kleiner Spiegel, derzeit fokussiert auf systemd.

Es geht doch immer um Kommerz, nur den meisten ist das doch egal, hauptsache die Kiste rennt und ich kann meine games abziehen.

Aber es liegt ja Honig auf der Strasse und der user folgt der Spur.

Blodes Bsp vllt, nur der Hausbau faengt ja auch net mit dem Dachgeschoss an.


Einen erholsamen Sonntag


GW

Offline Pig of Destiny

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Re: Der Weg des OpenRC
« Antwort #14 am: 08. März 2015, 10:07:28 »
Es geht doch immer um Kommerz, nur den meisten ist das doch egal, hauptsache die Kiste rennt und ich kann meine games abziehen.

Hmm... Kommerz? Mit systemd lässt sich doch kein Geld verdienen... Ist doch freie Software. Oder meinst du weil Red Hat da mit in der Entwicklung hängt?

Aber ich denke da findet man in vielen free-software-Projekten irgendwelche Firmen, die auch kommerziell Tätig sind...

Es gibt auch noch ein paar Distributionen die systemd nicht verwenden. Glaube Slackware und Gentoo und was so darauf basiert gehören dazu.
Systemd ist schon fein zu handeln. Aber ja, es wird tatsächlich etwas "mächtig" man sollte sich nicht zu abhängig von einem einzigen Projekt machen finde ich. Hätte auch gegen openrc nix einzuwenden...