Autor Thema: Abklärung vor Installation  (Gelesen 1879 mal)

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Offline GazVez

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Abklärung vor Installation
« am: 29. Dezember 2015, 02:18:41 »
Hallo zusammen,

als langjähriger Kubuntu- und Fedora (Korora) -Anwender bin ich nun davor, mir mit einem neuen Rechner auch eine neue Distribution anzutun (Grund: RPM-Fusion- und KDE-Probleme bei Fedora...). Die Wahl fiel auf Manjaro (IMHO aus Anwendersicht sowas wie das Korora von Arch  ;), also für mich attraktiv), aber ich würde gerne gleich etwas abklären, bevor ich mit dem Installieren anfange. Ich habe diverse Forumeinträge bereits studiert und mich auch in Google umgeschaut, und bin dabei auf potenzielle Probleme gestoßen.

Der neue Rechner soll so ziemlich dem neuen c't-Bauvorschlag für einen 11-Watt-PC entsprechen, d.h. es wird ein Z170-Chipsatz (MSI) und ein Skylake-Prozessor (i5-6400). Nun scheint es so zu sein, dass Manjaro 15.12 standardmäßig mit einem 4.1er Kernel startet, so dass man für die Intel-Grafik bei den Skylakes noch einen Eintrag zu den Boot-Parametern hinzufügen muss. Meine Frage nun: Reicht dieser Tipp normalerweise aus für eine vernünftige Grafik oder muss man noch mehr tun? Oder ist die Verwendung eines 4.3+ Kernel die bessere Option? Ein entsprechender Wechsel scheint ja mit Manjaro auch keine Raketenwissenschaft zu sein. Oder der Switch zu den testing/unstable-Repositories? Was würde ein "alter Manjaro-Hase" tun?

Falls jemand noch einen Warnhinweis für diese Konstellation in petto hat: Ich wäre dankbar. Wie auch für andere Antworten.

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Re: Abklärung vor Installation
« Antwort #1 am: 29. Dezember 2015, 10:23:02 »
Warum probierst Du Deine Konfiguration nicht einfach zuerst mal live aus ?

Shy-Ben.Klyster

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Re: Abklärung vor Installation
« Antwort #2 am: 29. Dezember 2015, 11:35:16 »
Genau, ein Start von der auf CD gebrannten iso oder einem bootfähigen USB-Stick sollte dich einen ganzen Schritt weiter bringen.

Ich selbst habe früher auch jahrelang Fedora verwendet und wünschte dabei mir immer rolling-release und eine nicht-amerikanische Herkunft. Dieses SE-Dings von der NSA unter Fedora kam mir immer wie eine Backdoor vor.

So ging ich auf die Suche, habe mehrere Distributuionen geladen und teilweise auch installiert (debian, mint, opensuse). Und dann kam Manjaro: Lief bis auf Kleinigkeiten out-of-the-box, erkannte meine Ultrabook-Hardware (Acer S7-393) perfekt und hat mich vom Konzept her geflasht. Ich hatte seitdem bei allen updates nie größere Probleme.

Die Kernel-Verwaltung unter Manjaro ist eine der vielen Genialitäten Manjaros: Mit einem Klick und Neustart wechselst du beliebig den Kernel, kannst neue ausprobieren und behälst doch den alten, bewährten immer im Bootmenü, solange du ihn brauchst. Wenn man etwas schief geht, einfach wieder zurück. Toll, komfortabel, innovativ. Durch das Rolling Release Konzept sparst du dir großartiges Neuaufsetzen. Selbst der Wechsel auf das neue KDE-Plasma 5 war ein Kinderspiel. Durch Yaort / GUI kannst du beliebig auf die große Arch-Welt zugreifen, ohne auf Komfort zu verzichten.

Manjaro ist auch nach nun fast 2 Jahren damit immer noch ein Traum für mich.

Also unbedingt das Live-System booten und ausprobieren.

Offline GazVez

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Re: Abklärung vor Installation
« Antwort #3 am: 30. Dezember 2015, 14:09:16 »
Danke für eure Antworten. Natürlich wollte ich mir (und vielleicht anderen auch) die Zeit zum Herumtesten möglichst sparen, aber wenn es da keine allgemeingültigen Tipps gibt, dann ist klar, dass es darauf hinauslaufen wird.

OlliFri

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Re: Abklärung vor Installation
« Antwort #4 am: 30. Dezember 2015, 14:31:41 »
Hi Shy-Ben.Klyster
Zitat
Manjaro ist auch nach nun fast 2 Jahren damit immer noch ein Traum für mich.
falsch, ist kein Traum! ist knallharte Realität! Und das ist gut so. Hoffentlich bleibt es auch so.  ;)  :)
Gruß Olli

Shy-Ben.Klyster

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Re: Abklärung vor Installation
« Antwort #5 am: 30. Dezember 2015, 14:53:58 »
Hi Shy-Ben.Klysterfalsch, ist kein Traum! ist knallharte Realität! Und das ist gut so.

Es gibt Realitäten, die traumhaft sind...! ;-)

Ich bin jedenfalls seit 1990 intensiv mit PC's beschäftigt, habe neben allen Fenstern, MacOS und OS/2 auch unzählige Linuxe ausprobiert.
Und Manjaro ist von allem mit Abstand das beste System. Das kann nur ein Traum sein.. O0.! :-)

Amber

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Re: Abklärung vor Installation
« Antwort #6 am: 30. Dezember 2015, 21:01:06 »
Es gibt Realitäten, die traumhaft sind...! ;-)

Ich bin jedenfalls seit 1990 intensiv mit PC's beschäftigt, habe neben allen Fenstern, MacOS und OS/2 auch unzählige Linuxe ausprobiert.
Und Manjaro ist von allem mit Abstand das beste System. Das kann nur ein Traum sein.. O0.! :-)

Moin,

mit einem Unterschied, Träume verblassen, Manjaro nicht ;)

Offline GazVez

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Re: Abklärung vor Installation
« Antwort #7 am: 07. Januar 2016, 00:18:19 »
So, heute habe ich es mal probiert, und im Moment habe ich ein funktionierendes System auf der Platte. Für den Standard-4.1er-Kernel braucht man meiner Erfahrung nach allerdings tatsächlich zwei extra Bootparameter. Damit es überhaupt läuft (wie schon an anderen Stellen beschrieben):
i915.preliminary_hw_support=1
Und um zu verhindern, dass Mausbewegungen den Bildschirm wieder verdunkeln:
i915.modeset=1
Auf letzteres stieß ich, weil die LiveCD dieses Problem mit den Mausbewegungen nicht hatte und ich mir daraufhin deren Bootparameter anschaute.

Und jetzt fange ich mal an, mich mit den Paketverwaltungen von Manjaro (bzw. Arch) herumzuschlagen... Dass da vieles kompiliert werden muss (wenn auch "geführt"), ist für den Debian- und Fedora-Derivate gewohnten Anwender gewöhnungsbedürftig, der das meiste bereits in den Standard-Paketquellen findet. Aber ich wusste ja schon vorher ungefähr, worauf ich mich da einließ ;)

Offline Xeno

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Re: Abklärung vor Installation
« Antwort #8 am: 07. Januar 2016, 01:12:44 »

Und jetzt fange ich mal an, mich mit den Paketverwaltungen von Manjaro (bzw. Arch) herumzuschlagen... Dass da vieles kompiliert werden muss (wenn auch "geführt"), ist für den Debian- und Fedora-Derivate gewohnten Anwender gewöhnungsbedürftig, der das meiste bereits in den Standard-Paketquellen findet. Aber ich wusste ja schon vorher ungefähr, worauf ich mich da einließ ;)

Na im Grunde musst Du für "normales Zeug" fast nur pacman etwas verstehen lernen, im Unterschied zu apt-get bei den Debianoiden )mit der rpm-Welt habe ich kaum Erfahrung). Ist anders, aber nicht schwieriger. Ich finde Manjaro unterm Strich sehr einsteigerfreundlich. Die allgemeine Bereitschaft zur Selbstkonfiguration ist natürlich Voraussetzung, aber ohne die wirst Du mit keiner Distri glücklich, dürfte Dir aber eh klar sein. Das Softwareangebot, darf als sehr gut bezeichnet werden. Es gibt eigentlich alles.

Lg X.

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Re: Abklärung vor Installation
« Antwort #9 am: 07. Januar 2016, 07:23:04 »
Der Standard-Kernel ist der jeweils neuste. Manjaro ist ein rolling release, der Kernel rollt mit.

Offline GazVez

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Re: Abklärung vor Installation
« Antwort #10 am: 07. Januar 2016, 19:04:20 »
Zitat
Der Standard-Kernel ist der jeweils neuste. Manjaro ist ein rolling release, der Kernel rollt mit.

Mein Manjaro 15.12 wusste das anscheinend nicht, das blieb nach dem Update auf Kernel 4.1  :P Aber es gibt ja
mhwd-kernel -i linux[kernelversion]
Die GUI, die den Job machen sollte, hat bei mir übrigens auch nicht funktioniert (mal nur bis zum Herunterladen, mal gar nichts gemacht), aber das nur nebenbei. Jedenfalls habe ich jetzt 4.3 und 4.4rc auf dem Rechner, und deshalb kann ich meine Anfrage jetzt auch zunächst mal als "gelöst" betrachten (jedenfalls bis zum ersten "Freeze"). Denn mit dem 4.3.3-Kernel läuft die Skylake-Intel-Grafik bis jetzt tadellos. Den 4.4rc habe ich noch nicht ausprobiert, muss ich dann aber auch nicht.

Beim 4.1er mit Bootparametern wie oben traten bei jedem Ausloggen und jeder Bildschirmsperre leider wieder diese "Maus frisst Bildschirminhalt"-Probleme auf.

Offline oberon

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Re: Abklärung vor Installation
« Antwort #11 am: 07. Januar 2016, 19:14:56 »
4.1 ist der neueste LTS Kernel und wurde auch für die 15.12 Installationsmedien benutzt (mit wenigen Ausnahmen bei Community Editionen)
4.3 ist meines Erachtens noch nicht 100% ausgereift
Die installierten Kernel werden automatisch aktualisiert, aber niemals ein neuer automatisch installiert.
Ich denke dass du beim Manjaro Settings Manager nur etwas länger hättest warten müssen - ich finde es auch etwas iritierend dass bei Download lange Zeit kein Sichtbarer Fortschritt angezeigt wird - es wird aber runtergeladen, dauert halt nur ein bisschen ... ;)

Offline GazVez

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Re: Abklärung vor Installation
« Antwort #12 am: 07. Januar 2016, 19:18:29 »
Zitat
Na im Grunde musst Du für "normales Zeug" fast nur pacman etwas verstehen lernen, im Unterschied zu apt-get bei den Debianoiden )mit der rpm-Welt habe ich kaum Erfahrung).
Das Ungewohnte ist nicht das Lernen von Kommandos und Parametern, sondern dass man sich neben pacman auch z.B. mit gewissen Joghurt-Kulturen  ;) beschäftigen muss und bei denen dann auch etwas genauer hinsehen sollte.

Zitat
Ist anders, aber nicht schwieriger.
Eben ungewohnt. Schwierig ist das Herumtippen auf Tastaturen sicher nicht...

Zitat
Ich finde Manjaro unterm Strich sehr einsteigerfreundlich.
Im Vergleich zu Arch bestimmt  :).

Offline GazVez

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Re: Abklärung vor Installation
« Antwort #13 am: 07. Januar 2016, 19:24:55 »
Zitat
4.3 ist meines Erachtens noch nicht 100% ausgereift
Die "preliminary HW support"-Intel-Grafik für den 4.1 aber auch nicht.  ;) Also beseitige ich lieber erstmal das Problem, das bei mir auftritt.

Zitat
Die installierten Kernel werden automatisch aktualisiert, aber niemals ein neuer automatisch installiert.
Ist ja auch tricky.

Zitat
Ich denke dass du beim Manjaro Settings Manager nur etwas länger hättest warten müssen - ich finde es auch etwas iritierend dass bei Download lange Zeit kein Sichtbarer Fortschritt angezeigt wird - es wird aber runtergeladen, dauert halt nur ein bisschen ... ;)
Natürlich habe ich immer bis zum "Done" brav gewartet. War aber z.T gelogen, diese Meldung  :D

Offline GazVez

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Re: Abklärung vor Installation
« Antwort #14 am: 08. Januar 2016, 00:55:53 »
Ich bin jetzt wieder einige Schritte weiter. Wie immer bei Linux-Distris ist der Wechsel von einer anderen mit einigem Aufwand verbunden, aber das ist ja wie mit schten Umzügen auch: Man lässt viel alten Müll zurück und fängt frisch neu an.   :D

Bis hierhin bin ich sehr zufrieden mit meiner Wahl. Allerdings bedurfte es dazu einiger kleinerer Anpassungen an das Installierte, doch die waren eben möglich und lösten das Problem dann auch. Jeder läuft ja mit einer anderen Konstellation auf, und jeder Desktop hat seine eigenen Gesetze, aber dann ist es immer noch besser, man kann selbst etwas basteln, als dass einen der Anbieter irgendwo festlegt, wo man nur schwer wieder raus kann. Aber wem sage ich das hier  ;)

Für meinen Fall (11-Watt-Rechner aus c't-Bauvorschlag, KDE) werde ich, wenn ich dann mal alles hinter mir und Zeit dafür habe (muss ab 10.01. wieder "on the road"), eine kleine "Installationsgeschichte" verfassen. Vielleicht haben andere ähnliche Probleme oder Ausgangslagen.

Also bis hierher vielen Dank für das freundliche Feedback, das einem Manjaro-Neuling das Gefühl gibt, mit etwaigen Problemen nicht alleine dazustehen. Wie es momentan aussieht, hat die Distri einen neuen User hinzugewonnen. Und ich werde gerne überall von meinen positiven Erfahrungen berichten ;D